Die Informationsseite über die verschiedenen Orte, Kultur, Veranstaltungen, Wissenswertes und Sehenswürdigkeiten auf Rhodos.

Säulenreste des Tempels der Athena Lindia auf der Akropolis von Lindos mit Blick auf das Meer

Sehenswürdigkeiten auf Rhodos: die wichtigsten Ausflugsziele im Überblick

Foto: Manfred Werner (Tsui), CC BY-SA 4.0

Aktualisiert am · Lesezeit ca. 8 Minuten

Rhodos ist die Hauptinsel des Dodekanes und reicht mit ihrer Geschichte von der Jungsteinzeit über die griechische Antike und die Herrschaft des Johanniterordens bis zur italienischen und britischen Verwaltung des 20. Jahrhunderts. Diese Schichten haben eine Insel mit einer ungewöhnlich dichten Folge von Sehenswürdigkeiten hinterlassen: eine komplett erhaltene mittelalterliche Festungsstadt, drei antike Stadtanlagen und mehrere Ausflugsziele in der Natur. Der folgende Überblick fasst zusammen, was sich auf Rhodos tatsächlich besichtigen lässt, von der Altstadt der Inselhauptstadt bis zu den Ausgrabungen im Westen der Insel. Mehr zur Geschichte der Insel in kurzen Fakten liefert der Beitrag Die Geschichte Rhodos als kurze Fakten, zur Einordnung in die Inselgruppe der Beitrag Rhodos und die Inselgruppe des Dodekanes.

Altstadt von Rhodos: Weltkulturerbe der UNESCO

Die Altstadt von Rhodos-Stadt liegt an der Nordspitze der Insel und ist vollständig von einer rund vier Kilometer langen Festungsmauer umgeben, die bis an den Hafen reicht. Sie gehört seit 1988 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Gegründet wurde die Stadt Rhodos im Jahr 408 vor Christus durch den Zusammenschluss der drei bis dahin eigenständigen Poleis Ialysos, Kameiros und Lindos. Der Stadtplaner Hippodamos von Milet legte sie als Planstadt mit einem rechtwinkligen Straßensystem an. Nachdem der Johanniterorden die Stadt 1309 nach längerer Belagerung eingenommen hatte, verstärkten die Ritter die Befestigungsanlagen kontinuierlich. Zwischen 1421 und 1431 entstand zur Verstärkung der mittelalterlichen Stadtmauer die St.-Georgs-Bastion. 1960 stellte das griechische Kulturministerium die gesamte mittelalterliche Innenstadt unter Denkmalschutz. Im Inneren der Mauern liegt bis heute das sogenannte Türkenviertel mit schmalen Gassen, mehreren Moscheen aus der osmanischen Zeit und einem historischen Bad.

Großmeisterpalast

Am höchsten Punkt der Altstadt steht der Großmeisterpalast, einst Sitz des Großmeisters des Johanniterordens. Nach einer Explosion im 19. Jahrhundert war der Palast stark beschädigt und wurde zwischen 1937 und 1940 unter italienischer Verwaltung wiederaufgebaut, dabei allerdings in anderthalbfacher Größe gegenüber dem mittelalterlichen Original. Eine zuvor an dieser Stelle stehende Kirche befindet sich seither an der Hafenpromenade. Heute beherbergt der Palast ein Museum mit griechischen und römischen Skulpturen sowie zahlreichen Mosaiken, die während der italienischen Besatzung von der Insel Kos nach Rhodos gebracht wurden.

Türme und Zinnen des Großmeisterpalasts in der Altstadt von Rhodos Foto: Julian Lupyan, CC0, via Wikimedia Commons

Akropolis von Lindos

Rund 50 Kilometer südlich von Rhodos-Stadt liegt Lindos mit seiner Akropolis, nach der Akropolis von Athen die meistbesuchte Akropolis Griechenlands. Sie erhebt sich auf einem 116 Meter hohen, steil zum Meer abfallenden Felsen. Mitte des 6. Jahrhunderts vor Christus ließ der Stadtherrscher Kleobulos das Heiligtum der Athena Lindia in Stein neu errichten, nachdem zuvor nur Holzbauten bestanden hatten. Ein Brand zerstörte den Tempel im Jahr 392 v. Chr., im frühen 3. Jahrhundert v. Chr. wurde die Anlage mit Säulenhallen und einer monumentalen Treppenanlage erheblich erweitert. Während der byzantinischen Zeit entstand auf dem Felsen eine Burgkirche, die Johanniter bauten im 15. Jahrhundert die äußere Ringmauer zu einer vollständigen Festung aus. Systematische Ausgrabungen begannen 1902 unter den dänischen Archäologen Karl Frederik Kinch und Christian Blinkenberg mit Förderung der Carlsberg-Stiftung, italienische Archäologen setzten die Arbeiten zwischen 1910 und 1932 fort. Bei den Grabungen 1904 kam auch die sogenannte Lindische Tempelchronik zutage, eine 2,37 Meter hohe Inschriftenstele, die 1912 erstmals veröffentlicht wurde.

Akropolis von Rhodos: das antike Monte Smith

Rund drei Kilometer vom Zentrum der modernen Stadt entfernt liegt auf dem sogenannten Monte Smith die antike Akropolis von Rhodos. Der Name geht auf den britischen Admiral William Sidney Smith aus den napoleonischen Kriegen zurück, nach dem auch der heutige Park benannt ist. Zu besichtigen sind die Reste der Tempel des Apollon Pythios sowie der Athena Polias und des Zeus Polieus, dazu ein restauriertes Odeion aus Marmor mit rund 800 Sitzplätzen und ein 210 Meter langes antikes Stadion, in dem zu Ehren des Sonnengottes Helios die sogenannten Haleien-Spiele ausgetragen wurden. Die ersten Ausgrabungen führte zwischen 1912 und 1945 die Scuola Archeologica Italiana di Atene durch, nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm der Griechische Archäologische Dienst die weiteren Arbeiten. Der archäologische Park umfasst heute rund 12.500 Quadratmeter.

Leeres antikes Stadion der Akropolis von Rhodos auf dem Monte Smith, umgeben von Bäumen Foto: Jebulon, CC0, via Wikimedia Commons

Kamiros: die antike Stadt an der Westküste

An der Westküste, rund drei Kilometer westlich des heutigen Dorfes Kalavarda, liegen die Ausgrabungen der antiken Stadt Kamiros. Sie war neben Ialysos und Lindos eine der drei ursprünglichen Poleis der Insel, bevor sich die drei Städte 408 v. Chr. zur gemeinsamen Hauptstadt Rhodos zusammenschlossen. Die Anlage ist auf drei Terrassen gegliedert: Oben lag die Akropolis mit dem Tempel der Athena Kameiras, dessen Fundamente mindestens auf das 8. Jahrhundert vor Christus zurückgehen. Auf der mittleren Terrasse erstreckt sich ein Raster paralleler Wohnstraßen, auf der unteren Terrasse liegen ein dorischer Tempel, vermutlich dem Apollon geweiht, ein Brunnenhaus mit vorgelagerter Agora sowie der Altarbezirk Peribolos. Bereits im 6. Jahrhundert vor Christus baute man ein überdecktes Wasserreservoir mit rund 600 Kubikmetern Fassungsvermögen, das Wasser für bis zu 400 Familien bereitstellte; später wurde darüber eine dorische Säulenhalle errichtet. Ein Erdbeben zerstörte die Stadt im Jahr 226 v. Chr., ein zweites im Jahr 142 n. Chr. Die ersten Ausgrabungen führten die Briten Alfred Biliotti und Auguste Salzmann zwischen 1859 und 1864 durch, viele Fundstücke befinden sich seither im British Museum in London. Ab 1928 setzte die italienische archäologische Schule die systematische Grabung bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs fort.

Tal der Schmetterlinge (Petaloudes)

Im Nordwesten der Insel liegt das Tal der Schmetterlinge, griechisch Kilada ton Petaloudon. Namensgebend ist eine endemische Unterart des Russischen Bären, Callimorpha quadripunctaria rhodosensis, die in großer Zahl an Felsen und Baumstämmen des Tals ruht. Grund für das Vorkommen ist der Harzgeruch des Orientalischen Amberbaums, der im Tal in großer Zahl wächst und die Falter anzieht. Aktiv sind die Tiere mit Ausnahme der Mittagszeit von Mitte Juni bis September. Beobachtet wird seit Jahren ein Rückgang der Population, der auf die Störung durch Besucher zurückgeführt wird.

Bachlauf mit kleinem Wasserfall im bewaldeten Tal der Schmetterlinge Foto: Jay Son, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Filerimos

Rund acht Kilometer südwestlich von Rhodos-Stadt erhebt sich der 267 Meter hohe Berg Filerimos. Auf seinem Plateau lag einst die Akropolis der antiken Stadt Ialysos. Seinen heutigen Namen trägt der Berg nach einem aus Jerusalem stammenden Einsiedlermönch, der im 13. Jahrhundert eine Kapelle errichtete, aus der später ein Kloster hervorging. Erhalten sind Reste eines dorischen Brunnenhauses aus dem 4. Jahrhundert vor Christus, eines Tempels der Pallas Athene aus dem 2. Jahrhundert vor Christus sowie ein kreuzförmiges Taufbecken und Mosaikböden einer frühchristlichen Basilika aus dem 5. Jahrhundert. Das vom Johanniterorden errichtete Kloster wurde von italienischen Archäologen restauriert, in der Höhlenkirche Agios Georgios sind Fresken aus dem 15. Jahrhundert erkennbar. Von Filerimos aus reicht der Blick bis zum höchsten Berg der Insel, dem Attaviros.

Sieben Quellen (Epta Piges)

Im Osten der Insel, zwischen Archipoli und dem Küstenort Kolymbia, liegt das kleine Feuchtgebiet der Epta Piges, griechisch für „Sieben Quellen“. Das Quellwasser vereint sich zu einem Bach, der weiter nördlich in den Trockenbach Loutanis mündet. Die Umgebung ist im europäischen Schutzgebietsnetz NATURA 2000 als Lebensraum sommergrüner mediterraner Laubwälder mit Platanen- und Amberbaumbeständen ausgewiesen. In den Gewässern lebt mit dem Ghizani eine auf Rhodos endemische Karpfenfischart, die als eine der am stärksten gefährdeten Fischarten Europas gilt. Zu Beginn der 1930er Jahre legte die italienische Verwaltung hier ein Bewässerungssystem für das neu gegründete Musterdorf San Benedetto in der Ebene von Kolymbia an, dessen Reste teilweise noch erhalten sind.

Mandraki-Hafen und die Hirschstatuen

Der Mandraki-Hafen an der Nordspitze von Rhodos-Stadt ist der historische Hafen der Insel. Der Legende nach soll hier der Koloss von Rhodos gestanden haben, eine über 30 Meter hohe Bronzestatue des Sonnengottes Helios, die nach zwölfjähriger Bauzeit um 292 v. Chr. vollendet wurde und bereits in der Antike zu den sieben Weltwundern zählte. Ein Erdbeben brachte die Statue um 226 oder 225 v. Chr. zum Einsturz. Der tatsächliche antike Standort des Koloss ist unter Historikern nicht abschließend geklärt; neuere Forschung verortet das Helios-Heiligtum eher oberhalb der Stadionterrasse als an der Hafeneinfahrt. Die bekannte Vorstellung eines auf gespreizten Beinen über der Hafeneinfahrt stehenden Koloss ist eine Legende, die erst im späten 14. Jahrhundert unter den Johannitern aufkam und sich über christliche Pilger nach Westeuropa verbreitete. Seit der italienischen Besatzung ab 1912 stehen an der Hafeneinfahrt zwei Säulen mit Bronzestatuen eines Hirsches und einer Hirschkuh, die als heutiges Wahrzeichen von Rhodos gelten und der Legende nach an der Stelle stehen, an der einst die Sockel des Koloss vermutet wurden. Zum Schutz der Hafeneinfahrt ließ Großmeister Zacosta zwischen 1464 und 1467 zudem die eigenständige St.-Nikolaus-Festung an der Hafenmole errichten.

Zwei Säulen mit Hirschstatuen an der Einfahrt zum Mandraki-Hafen, im Hintergrund eine Festung Foto: Jebulon, CC0, via Wikimedia Commons

Burg Kritinia

An der Westküste, oberhalb des Dorfes Kritinia zwischen dem Attaviros-Gebirge und dem Meer, steht die Burg Kastellos. Sie wurde 1472 vom Johanniterritter Giorgio Orsini errichtet, um die Bewohner der Umgebung vor Angriffen der osmanischen Flotte zu schützen. Im Jahr 1658 versuchte der venezianische Doge Francesco Morosini, am nahen Strand von Kameiros Skala zu landen und Rhodos zu erobern, wurde dabei aber zurückgeschlagen. Das Dorf selbst hieß bis zur Befreiung des Dodekanes nach dem Lateinischen „Kastellum“ noch Kastelli, bevor es seinen heutigen Namen Kritinia erhielt. Die Burg liegt an derselben Küstenstraße wie die Ausgrabungen von Kamiros und lässt sich mit einem Ausflug dorthin verbinden.

Häufig gestellte Fragen

Häufige Fragen

Was ist die bekannteste Sehenswürdigkeit auf Rhodos?

Die Altstadt von Rhodos-Stadt mit dem Großmeisterpalast gilt als bekanntestes Ziel der Insel. Sie gehört seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist vollständig von einer rund vier Kilometer langen Festungsmauer umgeben.

Was ist vom Koloss von Rhodos heute noch zu sehen?

Von der antiken Kolossalstatue ist nichts erhalten. Sie stand von etwa 282 bis 226 v. Chr. und stürzte durch ein Erdbeben um. Ihr genauer antiker Standort ist unter Historikern umstritten; die bekannte Legende der Hafeneinfahrt mit gespreizten Beinen stammt erst aus dem späten Mittelalter.

Seit wann stehen die Hirschstatuen am Mandraki-Hafen?

Die bronzenen Hirschstatuen an der Hafeneinfahrt stehen seit der italienischen Besatzung ab 1912. Sie gelten als neues Wahrzeichen von Rhodos und stehen der Legende nach dort, wo im Altertum die Sockel des Koloss vermutet wurden.

Wie alt ist die Akropolis von Lindos?

Das Heiligtum der Athena Lindia entstand in heutiger Form Mitte des 6. Jahrhunderts vor Christus unter Kleobulos. Nach einem Brand im Jahr 392 v. Chr. wurde es neu errichtet und im frühen 3. Jahrhundert v. Chr. monumental erweitert.

Wann ist das Tal der Schmetterlinge am schönsten?

Die namensgebenden Nachtfalter sind mit Ausnahme der Mittagszeit von Mitte Juni bis September im Tal aktiv. Außerhalb dieser Monate ist von den großen Faltermengen wenig zu sehen.

Lohnt sich ein Ausflug zur Burg Kritinia?

Die Burg aus dem Jahr 1472 ist eine kleinere, aber geschichtlich interessante Station an der Westküste. Sie ergänzt einen Tagesausflug zu den Ausgrabungen von Kamiros gut, da beide Orte an derselben Küstenstraße liegen.

Quellen und weiterführende Informationen